| Riedkanal Strukturaufwertungsmaßnahmen der IG Dreisam |
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BÖTZINGEN Am 29. April 2006 wurden weitere Maßnahmen zur naturnahen Umgestaltung des Riedkanals im Erlenschachenwald durchgeführt.
Unter der Leitung von Claudio Schill, Gewässerreferent des Landesfischereiverband Baden e.V., führten die Angelfreunde Bötzingen und weitere tatkräftige Mitglieder aus den IG Dreisam Vereinen die bereits im Oktober 2004 begonnenen Arbeiten zur Renaturierung des Riedkanals im Bötzinger Erlenschachenwald fort. Ziel dieser Arbeiten ist die Fortführung der Strukturverbesserungsmaßnahmen dieses einst geradlinig, träge dahinfließenden Gewässers.
Bereits Ende 2004 wurden mit Hilfe von Pfahlbuhnen (Reihen aus Holzpfählen) einerseits Stillzonen angelegt, andererseits wurde dadurch die Fließgeschwindigkeit in einigen Bereichen des Gewässerbetts erhöht. Der gewünschte Effekt ist bereits im klaren Wasser des Riedkanals sichtbar: Freigelegte Kiesflächen wechseln sich mit Flächen mit feinkörnigem Sediment ab. Nicht nur Fischarten, die ihre Eier im Kieslückensystem ablegen, sondern auch Wirbellose dürften bereits von dieser Maßnahme profitieren.
Doch nicht nur bei den Laichhabitaten erhielten die Fische Hilfestellung, auch dem Schutz vor Fressfeinden und ihrem Bedürfnis nach Unterständen wurde Rechnung getragen. So wurden im Rahmen eines Gewässerwartelehrganges des LFV Baden e.V. bereits im Juli 2005 Wurzelstrünke in den Riedkanal eingebracht. Der Einsatz von Totholz bietet einer Fülle von Organismen Schutz, Nahrung und Unterstand. Praktisch nebenbei werden dadurch Strukturverbesserungen wie die Bildung von Kolken, Gumpen, Rauschen und Widerwassern unterstützt.
Am 29. April sollte als fortführende Renaturierungsmaßnahme insbesondere die Gewässersohle eine Strukturaufwertung erhalten. So wurden mit Unterstützung eines Baggers und vieler Schaufeln Gumpen und Buhnen angelegt. Zuvor wurden von der Gemeinde entlang des Gewässerlaufes die Pappeln entfernt. Leider wurden in der Vergangenheit häufig Pappeln entlang von Fliessgewässern gepflanzt - durch den hohen Laubeintrag, der starken Beschattung und dem geringen Nutzen bei der Uferbefestigung sind sie jedoch für Gewässer schädlich. Besonders Erlen eignen sich hier als Alternative. Erlen bieten mit ihren in das Wasser ragende Wurzelgeflecht Schutz und Nahrung für Wirbellose und Fische.
Buhnenbau entlang einer Pfahlbuhne:
Erlenanpflanzung auf der Buhne und am Ufer:
Des weiteren wurden V-Schwellen im Riedkanal eingebracht. Die V-Schwelle ist eine bewährte Methode, um in strukturarmen Gewässer Verstecke für Fische zu schaffen. Dazu werden 2 Holzbalken in V-Form mit dem Winkel gegen die Strömung in das Fliessgewässer eingebaut. Die Balken ragen am Ufer aus dem Wasser, die Spitze des Winkels befindet sich am tiefsten Punkt. Dadurch entsteht die stärkste Strömung im Winkel der Schwelle, was durch Auswaschungen tiefere Bereiche schafft und den Schlamm entfernt. Unter den Balken entstehen Hohlräume, die den Fischen als Unterstand dienen. Zur besseren Strömungslenkung können Kokos- oder Filzmatten oberhalb der Balken befestigt werden.
Beschwerung und Fixierung der Filzmatten mit schweren Steinen:
Abschließendes auffüllen mit Kies:
Das Ergebnis: Die V-Schwelle im sich schnell in der Sichtigkeit klärenden Wasser
[Siehe auch: Gewässerwartelehrgang "Schaffung von Strukturen in Fließgewässern"]