Gewässerschäden
Chronik der Gewässerbeeinträchtigungen


Diese Chronik der Gewässerschäden soll einen Überblick über die Beeinträchtigung unserer Fliessgewässer im Dreisam-System geben. Die Aufgabe zur Information der Öffentlichkeit ist in der Satzung der IG Dreisam e.V. im $ 3e verankert.


BÖTZINGEN

Juli 2002 Baggerarbeiten im Murrgraben in Bötzingen
Erneut ohne Ankündigung wurde im Murrgraben mit Räumungsarbeiten begonnen. Bei dem ausgeräumten Abschnitt handelt es sich um einen Gewässerteil, in dem sich der Hecht noch natürlich fortpflanzt.

Spätjahr 2001 Baggerarbeiten in Bötzingen
Ankündigung der Gemeinde Bötzingen, den Riedkanal auszubaggern. Ausgebaggert wurde jedoch am Krebsenbächle, sowie am Mühlbach. Da dieses nicht abgesprochen war, wurde durch den LFV Baden e.V. beim Landratsamt Einspruch erhoben und die Arbeiten eingestellt. Nach einem Ortstermin mit dem Landratsamt, der Fischereibehörde, dem LFV Baden e.V. und den Gemeindevertretern von Bötzingen wurden die Arbeiten mit Hinweis auf die rechtlichen Bestimmungen ausgeführt (Protokoll). Bei der Begehung wurde vom Biologen des LFV Baden e.V., Herr Ingo Kramer angeregt, eine Kiesbank zu erhalten. Jedoch wurde auch diese bei Räumungsarbeiten entfernt. Ausgebaggert wurden Riedkanal, Krebsenbächle und Mühlbach.

Sommer 2001 Baggerarbeiten in Bötzingen
Baggerarbeiten am Murrgraben

Juni 2001 Bachräumung in Bötzingen
Durch abtreibendes Mähgut, welches sich am verdohlten Teilstück zum Krebsenbächle staut, wird ein Großteil des Krebsenbächle trockengelegt. Zahlreiche Fische verenden unter den absinkenden Wasserpflanzen. Auch Nester von brütenden Teichhühnern wurden durch die Mäharbeiten zerstört.


MARCH

März 2013  Bachräumung beim SC Holzhausen vernichtet Bachmuschel-Bestand  
Nur zufällig wurde der Schaden während einer Radtour entdeckt: Durch eine Ausbaggerung des "Tunisee-Bachs" beim SC Holzhausen, einem parallel zur K4920 verlaufenden Bach, wurde ein auf 1.000 Tiere geschätzter Bestand der besonders geschützten Bachmuschel (Unio crassus) vernichtet. Wann und durch wen diese Bachräumung erfolgte, wird derzeit durch die Polizei untersucht.

26.03.2003  Bachverunreinigung durch Diesel 
Auf Grund unsachgemäßer Tankabfüllung eines LKW in Hochdorf, Höhe Blankreutestr. 11, kam es zu einer starken Verschmutzung mehrerer Bäche und des Regenwasserkanals, da der Behälter in welchen der Kraftstoff eingefüllt wurde überlief und der überlaufende Dieselkraftstoff (ca.200 Liter) in den Regenwasserkanal und in den Hochdorfer Bach (Eichmattenbächle) gelangte. Betroffen war auch der Holzhauser Dorfbach (Löwenbach) und auch der Schobbach. Der Schaden wurde mit mehreren Ölsperren im Bach, Abstreuen der Straße mit Ölbindemittel eingedämmt.


21.03.2003  Bachverunreinigung am Johannisbach 
Auf Höhe des Neubaugebietes in Buchheim wurde vermutlich weiße Mineralfarbe in den Johannisbach eingespült. Es wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

31.07.2002 Hohe Wassertemperaturen und Sauerstoffmangel in der Dreisam erfordert Fischbergung durch den FSV March-Neuershausen
Am Abend des 29. Juli 2002 wurde dem 2. Vorstand des FSV March-Neuershausen e.V., Herrn Günter Gräff, eine akute Bedrohung der Fische in der Dreisam aufgrund der starken und langanhaltenden Hitze gemeldet. Die Hitze hatte den Wasserstand in der Dreisam drastisch sinken lassen. Die Wassertemperatur lag bei 24 Grad C (27 Grad C im Berich der Eichstetter Brücke) und der Sauerstoffgehalt im Wasser nahm immer weiter ab. Begünstigt wurde das Fischsterben durch Arbeiten an der neuen Gasleitung (Rotterdam/Mailand), die parallel zur Dreisam verläuft. Um die Rohre für die Gasleitung verlegen zu können, wurde Grundwasser abgepumpt und in die Dreisam eingeleitet. In dieser Kaltwasserfahne hielten sich die Fische - insbesondere Äschen (!) und Bachforellen auf. Nachdem dieser Zulauf abgestellt wurde, verendeten die Fische durch den drastischen Temperaturanstieg (in der Dreisam wurde im Bereich der Eichstetter Brücke 27 Grad Celsius gemessen!) im nunmehr lauwarmen Wasser.

Kritikwürdig ist neben der mangelnden Informationspolitik der Gasleitungsbauer die Schwierigkeit, eine Abfischerlaubnis von der Fischereibehörde zu erlangen. Erst nach zahlreichen Telefonaten von Freiburg bis Offenburg und damit verbundenem großem Zeitaufwand und Kosten konnte jemand gefunden werden, der dem FSV March-Neuershausen die Erlaubnis zur Elektrobefischung erteilt hat. Bei Notfällen wie dem vorliegenden, ist hier dringend Verbesserungsbedarf vorhanden.
Der vorliegende Fall zeigte - eine Stelle zur Vergabe von Bergungs-Elektroabfisch-Genehmigungen ist zu wenig!


16.01.2002 Bachräumung im Laichgebiet der Bachforelle (March-Hugstetten, Johannisbach)
Der FSV March-Neuershausen steht am Oberlauf des Johannisbaches vor "nackten" Tatachen. Die ehemalige Kinderstube der heimischen Bachforelle wurde durch radikale Ausräumarbeiten im Bachbett weitgehend zerstört. Zurückgeblieben ist eine geradlinige Abflusswanne, das entnommene Sohlsubstrat und die ehemaligen Krautfahnen wurden im unmittelbaren Randbereich "planiert". Begründung dieser Aktion: Es hatte sich Schwemmholz im Bereich der Brücke angesammelt, ausserdem wurden keine Fische gesichtet. Die Grabenräumung geschah in der Schonzeit der Bachforelle, die im kiesigen Substrat dieser Gewässerstrecke ihren Laich abgelegt hatte, der wegen der anhaltenden sehr kalten Witterung noch nicht geschlüpft war. 

Traurig: Eine rechtzeitige Information an den FSV March-Neuershausen hätte dem Verlust einer Bachforellengeneration im Johannisbach verhindert.

Siehe auch Bilder Johannisbach vom 16.01.02


EICHSTETTEN

Februar 2005  Bachräumung im Herrenmühlebach bei Eichstetten vernichtet Bachmuschel- und Bachneunaugen-Bestand  
Siehe Buch "Die Dreisam", Dr. Jörg Lange, Seite 172. Zitat: "Inzwischen hat man aus dem Ereignis gelernt und will Bachräumungen in Zukunft wieder zur unkritischsten Zeit, im Spätsommer nach der Vegetationsperiode, durchführen. Und eine Nachricht an die ortskundigen Spezialisten wird in Zukunft hoffentlich auch rechtzeitig ergehen".

 
FREIBURG

20.08.2002 Tote Fische. (wi) Gewässeralarm am St. Georgener Dorfbach
Der Grund: Am Dienstag, 20. August trieben kurz vor der Gemarkungsgrenze zur Gemeinde Schallstadt tote Fische im Wasser. Die sofort eingeleiteten Nachforschungen ergaben: Hier ist ein gebräuchliches Zement-Kalk-Gemisch über den Regenwasserkanal an der Basler Landstraße in den Bach eingeleitet worden. Per Kanalfernauge wurde ermittelt, dass die Verunreinigung von der Stadtbahn-Baustelle an der Bahnunterführung stammt. für rund 100 Fische - vorwiegend Forellen - bedeutete dies den Tod. Fachleute von Umweltschutzamt, Tiefbauamt und badenova haben den Regenwasserkanal inzwischen ausgespült und die Reste des Gemischs entfernt.
QUELLE: STADTKURIER Nr. 35 vom 28. August 2002

Anmerkung IGD: Wurde hier nicht zumindest der Tatbestand einer OWiG erfüllt / Schadensersatz?



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