| Wasserkraft
contra Biotop Badische Zeitung vom 02. Mai 2001 |
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Interessengemeinschaft Elz sieht Probleme für Fische und Angler / Gute
Gewässergüte der Elz
KREIS EMMENDINGEN. Der hoch gelobte und mit öffentlichen Mitteln geförderte Ausbau
der Erzeugung von Energie durch Wasserkraft bringt Probleme für Fische und Angler. Das
wurde deutlich bei der Hauptversammlung der Interessengemeinschaft Elz, in der sich 14
Vereine von Simonswald bis Riegel und neun private Gruppen organisiert haben.
Ihr Ziel sei es, das Biotop Elz zu hegen und zu pflegen und die heimischen
Fischarten zu erhalten, sagte der Vorsitzende Peter Bucher aus Hecklingen im Köndringer
Winzerhüs. Betreut werden auch die Zu- und Nebenflüsse, der Kollmarsreuter
Wuhrkanal und der Leopoldskanal. Schwerpunkte der Arbeit im letzten Jahr waren die Anlage
bei der Firma Volk AG in Gutach mit drei Wehren, die Sanierung der Fischtreppe am
Wassermer Wehr, der Einbau von Sichtmarken im Gewerbekanal und im Brettenbach in
Emmendingen und die Fortführung der Niedrigwasserrinne im Leopoldskanal bis zur Kenzinger
Brücke. Außerdem leistete der Vorstand Geburtshilfe bei der IG Dreisam.
Rechner Albrecht Simon verbuchte für 2000 einen Überschuss von 17'000 Mark. Enthalten
sind ein Zuschuss des Regierungspräsidiums von 7500 Mark und eine Spende des
Abwasserzweckverbandes Unterer Breisgau von 2500 Mark sowie weitere Spenden
von 950 Mark für den Weiterbau der Niedrigwasserrinne. Nach dem Bericht der Kassenprüfer
Wilko Pfennigs und Peter Gramlich wurde der Vorstand ohne Gegenstimme entlastet. Bei einer
Ergänzungswahl wurde Dietmar Kranzer vom ASV Köndringen als neuer Beisitzer in den
Vorstand gewählt.
Im Mittelpunkt stand ein Referat von Ute Schneider-Ritter von der Gewässerdirektion
Südlicher Oberrhein/Hochrhein zum Thema Gewässergüte der Elz
Gewässerversauerung auch bei uns?. Ihr Fazit: Gewässergüte und der ökologische
Zustand sind gut, erforderlich seien jedoch eine Verbesserung der Gewässerstruktur, die
Beseitigung von Schwellen und der Ausbau von fließenden Gewässern sowie eine Regelung
über das Restwasser in Trockenzeiten. Ein Problem sei der Riegel bei Riegel,
der verhindere, dass Fische aus dem Rhein über die Alte Elz in den oberen Teil des
Flusses einwandern. Der Bau einer Umgehung für das Wehr sei vorgesehen, die Mittel seien
von der Gewässerdirektion für 2001/2002 eingeplant.
Der Ausbau der Wasserkraft habe eine starke Lobby, sagte die Diplomingenieurin in der
Diskussion. Auf den Hinweis eines Mitgliedes, die in Emmendingen an der Kreuzung
Brettenbach/Gewerbekanal gebaute Fischtreppe funktioniere nicht, empfahl sie, nach einer
Baumaßnahmen immer auf einer Abnahme durch die Behörde zu bestehen. Bei den Anlagen beim
Ladhof in Elzach sowie im Gewerbekanal an der Mundinger Mühle und in Köndringen soll
deshalb geprüft werden, ob genügend Wasser und Aufstiege für Fische vorhanden sind,
ergänzte Peter Bucher. Die IG Elz sei nicht gegen die Nutzung der Wasserkraft
sondern für Kompromisse, mit denen alle leben können.
Siegfried Peter
Original-Link: http://www.badische-zeitung.de/1007923218704
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