Trennwände gegen das Hochwasser
Badische Zeitung vom 26. April 2001

 

Für 7,5 Millionen Mark will die Gewässerdirektion in den kommenden fünf Jahren die Dreisamdämme bei March sicherer machen


MARCH. Metallwände,Tonbahnen und Erdschichten sollen künftig verhindern, dass die Dreisam im Bereich March über ihre Ufer tritt. 7,5 Millionen Mark kostet der Hochwasserschutz, den die Gewässerdirektion Südlicher Oberrhein/Hochrhein in den kommenden fünf Jahren in Angriff nimmt. In der jüngsten Marcher Gemeinderatssitzung stellten die Planer ihr Konzept vor.

Eine „kritische Strecke“ nannte der Ingenieur Adolf Himmelsbach den Bereich zwischen Buchheim und Neuershausen. Hier, wo sich im vergangenen Jahrhundert Material vom Oberlauf der Dreisam abgelagert hat (siehe Artikel unten), stehen viele Bäume und Sträucher, die mit ihren Wurzeln die Dämme zu durchsetzen drohen. Deshalb sollen so genannte Spundwände eingesetzt werden, die den Wurzeln den Weg versperren.

In einem zweiten Abschnitt (zwischen den Brücken nach Bötzingen und Eichstetten) ist geplant, eine Dichtungsbahn an der Dreisamseite der Dämme einzusetzen, die eine Tonschicht in der Mitte hat. Darüber kommen 80 Zentimeter Kies, Sand und Erde. Der dritte vorgesehene Abschnitt, nördlich der Brücke nach Eichstetten, wird einmal mit einer Filterschicht aus besonders bindenden Materialien versehen.

Allen drei Abschnitten gemein ist ein zehn Meter breiter Randstreifen. Insgesamt 7,3 Hektar Fläche werden dafür benötigt, 2,6 Hektar der betroffenen Uferzone ist im Gemeindebesitz, ebenso viel gehört privaten Eigentümern. Der Rest ist öffentliche Fläche, teilte Bürgermeister Josef Hügele mit. Die Dämme sollen um 80 Zentimeter erhöht werden und eine Dammkrone erhalten, die mindestens dreieinhalb Meter breit ist. Zusätzliche Gräben am Ufer sollen den Damm entlasten.

Kopfzerbrechen macht den Verantwortlichen noch die Dreisambrücke an der Landstraße 116 nach Eichstetten – sie ist zu niedrig. An den Pfeilern, auf denen die Brücke steht, sammeln sich Äste und anderes Treibgut, bei Hochwasser drohen diese die Konstruktion zu beschädigen. Besonders gefährlich wird es im Winter: Dann können Eisschollen auf der Dreisam treiben, die sich unter dem Brückenbogen verkeilen. Um mindestens 50 Zentimeter muss die Brücke deshalb angehoben werden, sinnvoll wäre es in diesem Zusammenhang auch, sie auf Pfeiler zu bauen – ein teures Unterfangen, wie Wolf Pabst, Bereichsleiter der Gewässerdirektion, dem Gemeinderat mitteilte. Er hofft deswegen darauf, dass das Straßenbauamt die von Eichstetten kommende Landstraße 116 bis zur Kreisstraße 4977 (Neuershausen-Bötzingen) verlängert, denn dadurch würde die Brücke überflüssig. In dem Fall wäre die Gewässerdirektion auch gerne bereit, ihr Scherflein beizutragen, wie Pabst versicherte.

Keine konkreten Zusagen wollte der Bereichsleiter dazu machen, wer denn genau für die Pflege der zehn Meter breiten Randstreifen zuständig sein wird – ein Thema, das die Gemeinderäte besonders interessierte. Ein Großteil der Fläche bestünde ohnehin aus Biotopen, die nur wenig Pflege bräuchten. Momentan wird der Fluss geotechnisch untersucht, bis zum Jahresende soll das Konzept stehen. Im kommenden Jahr soll das 7,5 Millionen Mark teure Projekt dann in die Tat umgesetzt werden und bis zum Jahre 2006 beendet sein.

Michael Reich




Original-Link: http://www.badische-zeitung.de/1007641046472


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