| Infotag der IG Dreisam am 12.05.2002 |
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Bericht über den Infotag der Interessengemeinschaft Dreisam e.V. am 12. Mai
2002 in Eichstetten
Die IG Dreisam e.V. besteht aus Angelvereinen, die am Gewässersystem der Dreisam anliegen. Seit etwa einem halben Jahr als gemeinnütziger Verein eingetragen, setzt sie sich für die Renaturierung, die Wiederherstellung der Durchgängigkeit und für die Gewässervernetzung der Alten Dreisam, der Dreisam (Dreisamkanal) und ihrer Bachsysteme ein. Um über ihre Ziele und Vorhaben zu informieren und vor allem um für weitere Unterstützung zu werben, veranstaltete sie kürzlich einen Infotag am Eichstetter Angelweiher. Die von Mitgliedern der angeschlossenen Vereine, Bürgermeistern und Gemeinderäten aus den Gemeinden der Mitgliedsvereine, sowie interessierten Bürgern gut besuchte Veranstaltung brachte aufschlussreiche Erkenntnisse und neue Einsichten über die Dreisam und andere Fließgewässer mit ähnlichen Strukturen und Problemen.
Im großen Festzelt des Eichstetter Angelvereines stellte die IG ihre Arbeit vor und erläuterte die ökologischen Probleme des Dreisamsystems und der Fließgewässer überhaupt. Beginnend mit einem Überblick über das heutige Gewässersystem Dreisam zeigte die Ausstellung den Wandel des Hauptflusses Dreisam und seiner Zuflüsse im Zuge der Begradigungsarbeiten im 19. Jahrhundert. Hierbei war mancher Besucher überrascht zu sehen, wie einscheidend Tullas Kanalisierungsarbeiten auf die vom Wasser geprägte Landschaft und Natur waren und eben bis heute sind.
Davon ausgehend wurden dann die
von Menschenhand erzeugten und eben oft negativen Veränderungen und Einflüsse
auf das Gewässersystem, wie z.B. Querverbauungen und fehlende Restwassermengen
hinter den Bauwerken, dargestellt.
Auch die bisher kaum bedachten fatalen Auswirkungen von Kleinwasserkraftwerken
an kleineren Flüssen und Bächen war ein Problem, dass vielen Besuchern vor dem
Besuch des Infotages nicht bewusst war.
Da die früher von vielen Fischen auf dem Weg zu ihren bachaufwärts liegenden
Laichgründen durchwanderten Wasserläufe "verbaut" wurden und Wehre
und Turbinen als unüberwindbare Hindernisse auftauchten, sind zahlreiche Arten
deshalb verschwunden oder im Bestand stark zurückgegangen. Die
abwärtswandernden Fische werden sogar durch letztere getötet oder schwer
verletzt. Das bekannteste Opfer dieser Querverbauungen ist in unseren Breiten
wohl der Lachs. Aber auch der Aal hat darunter zu leiden. Da er als einziger
einheimischer Fisch im Meer laicht und durch seine schlangenartige Körperform
benachteiligt ist, gerät vor allem er beim Abwandern zwischen die
Schaufelräder der Turbinen - mit fatalen Folgen.
Hierzu stellte die IG Dreisam mögliche und andernorts bereits realisierte Lösungen für eine Durchgängigmachung von Fließgewässern, wie z.B. Fischtreppen oder rauhe Rampen vor.
Der Infotag sollte auch zum
Mitmachen anregen und eben zu neuen Einsichten über die vielen Probleme der
Fließgewässer und ihrer Bewohner verhelfen.
Getreu dem Motto "Global denken - lokal handeln !" wurde auch die
Arbeit der IG Dreisam im Zusammenhang mit dem Landesfischereiverband Baden und
anderen IGs, wie z.B. der benachbarten IG Elz, dargestellt .
Sehr interessant fanden die
Besucher auch die Aquarien mit Dreisamfischen, die zeigen sollten, welche Fische
und Kleinlebewesen im Gewässersystem beheimatet sind.
Mancher Besucher war erstaunt, was es da alles gab. Vor allem Bachneunaugen und
verschiedene Kleinfischarten wurden, vor allem von älteren Besuchern, mit
Freude "wiederentdeckt". Auch die Kleinlebewesen, wie z.B.
Bachflohkrebs, Köcherfliegenlarven und Libellenlarven zeigten, wie
vielschichtig der Lebensraum Fließgewässer ist.
Ästhetisch drehten auch die Bachforellen und nebenan die handlangen Lachse aus
dem Zuchtbestand des Lachsprogramms ihre Runden in den großen Röhrenaquarien.
Alle Fische wurden abends wieder wohlbehalten in die Dreisamgewässer bzw. die
Zuchtstation zurückgesetzt.
So half der Infotag, das Verständnis für die Belange der Natur und speziell der Fließgewässer zu fördern und warb für einen bewussteren Umgang mit beiden.
Fabian Mayer
[Bilder
vom Infotag]