Lachse wandern, Menschen schauen
Ortenau Regional Nr. 5, 29. Januar 2006

ABSCHRIFT


Über 20 Stufen erklimmen die Fische einen Höhenunterschied von zehn Metern

RHEINAU: Fischtreppe im Frühling fertiggestellt.

Zum größten Teil fertiggestellt ist einer der größten Fischpässe Europas, der derzeit am Rheinübergang Rheinau/Gambsheim gebaut wird. Ende Februar solle mit einer ersten Flutung die Versuchsphase eingeleitet werden, eine Fertigstellung sei für April geplant, erklärte bei einem ersten Ortstermin auf der Großbaustelle Joseph Schittly, Projektleiter bei der "Centrale Electrique Rhénane de Gambsheim " (Cerga), einem Tochterunternehmen der Energiekonzerne EDF und EnBW.

In dem 290 Meter langen Mammutbau sollen die Wanderfische des Rheins - insbesondere der Lachs - bei einem Fischpassdurchfluss von 1,2 Kubikmetern und einem Gesamtdurchfluss von bis zu 15 Kubikmetern Wasser pro Sekunde über 20 Stufen einen Gesamthöhenunterschied von zehn Metern erklimmen. Kameras zählen die Fische, und Besucher haben die Möglichkeit, hinter dickem Spezialglas die Wanderung gegen den Strom zu beobachten.

Quasi als Nebenprodukt entsteht elektrischer Strom: Zwei vertikale Turbinen produzieren in einem Kleinkraftwerk jährlich drei Millionen Kilowatt. Das zehn Millionen Euro teure Bauvorhaben wird zu 32,5 Prozent vom französischen Staat, zu 70 Prozent vom Bundesministerium für Verkehr und zu 30 Prozent (Anm: 132,5%??) vom Land Baden-Württemberg finanziert.

Bis Frühling 2007 soll auch ein Besucherzentrum errichtet werden: Die Nachbarkommunen Rheinau und Gambsheim erwarteten ein jährliches Aufkommen von 200 000 zusätzlichen Touristen. 


Unbekannter Verfasser


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