Gewässerentwicklungsplan
Argumente für die Erstellung
 

Der Gewässerentwicklungsplan (GEP) ist die Grundlage für eine gesamtheitliche Betrachtung der Gewässerunterhaltung.

Der Plan berücksichtigt:

- Ökologie
- Hochwasserschutz
- Erholung 

Die unterhaltspflichtige Gemeinde/Stadt erhält mit dem GEP eine praxisorientierte Fachplanung für zukünftige Maßnahmen am Gewässer.

1.) Gesetzliche Grundlagen

Mit der Aufstellung eines Gewässerentwicklungsplanes verwirklicht der Träger der Unterhaltung die Ziele des Wassergesetzes (WG) von Baden-Württemberg, welches zum 1. Januar 1996 novelliert wurde und der naturnahen Entwicklung bzw. Unterhaltung der Gewässer verstärkte Bedeutung einräumt.

§ 68a Abs. 1 WG bildet die Grundlage für den Unterhaltungspflichtigen Gewässerentwicklungspläne aufzustellen:

"Der Träger der Unterhaltungslast hat, soweit nicht Gründe der Allgemeinheit entgegenstehen, die Aufgabe, bei nicht naturnah ausgebauten Gewässern in einem angemessenen Zeitraum die Voraussetzungen für eine naturnahe Entwicklung zu schaffen. Hierzu sind Gewässerentwicklungspläne aufzustellen."

2.) Fördermittel

Gemeinden und Städte können folgende Förderungen bei den Gewässerdirektionen beantragen:

- Nach den Förderrichtlinien der Wasserwirtschaft wird die Erstellung von Gewässerentwicklungsplänen mit einer Quote von 50 - 70 % vom Land gefördert.

- WICHTIG: Maßnahmen an Gewässern, die eine ökologische Aufwertung zum Ziel haben, werden ebenfalls mit bis zu 70 % gefördert. Diese Förderung ist jedoch nur auf der Grundlage eines Gewässerentwicklungsplanes möglich.

- Erholungsmaßnahmen in Verbindung mit ökologischen Verbesserungen am Gewässer sind ebenfalls förderfähig.

3.) Weitere Vorteile des Gewässerentwicklungsplanes

- Kostenreduzierung bei der Gewässerunterhaltung und -pflege nach dem Motto: "Weniger ist oft mehr".

- Reduzierung von Hochwasserschäden durch die Schaffung von zusätzlichen Retensionsvolumen und naturnahem Ausbau.

- Bereitstellung von Ausgleichsflächen für das Ökokonto.

- Neue Impulse zu Erholungsnutzung am Gewässer.

4.) Die Planung

Der Gewässerentwicklungsplan ist die praxisnahe Arbeitsgrundlage für eine langfristige Unterhaltung am Gewässer. Der Gewässerentwicklungsplan gliedert sich in:

- Bestandsaufnahme von Gewässerzustand und Umfeldnutzung

- Festlegung zukünftiger Entwicklungsziele mit den Anliegergemeinden

- Formulierung von realisierbaren Maßnahmen zur Ökologie, Hochwasserschutz und Erholungsnutzung

Die flächenscharfe Darstellung des Zustandes (Maßstab 1 : 2500) sowie die Einstufung der Maßnahmen in Prioritäten ermöglicht es den unterhaltspflichtigen Gemeinden und Städten eigenständig Maßnahmen umzusetzen bzw. eine detaillierte Ausführungsplanung zu veranlassen.

 

Siehe auch [Gewässerentwicklung]
Siehe auch [Gewässerentwicklung als kommunale Aufgabe]


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