| Gewässervernetzung Grundvoraussetzung für das Leben in unseren Bächen und Flüssen |
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Während der Mensch seine Umwelt in
den vergangenen Jahren mit zunehmender Intensität für sich vernetzte, sei es durch
Logistik- oder Informationssysteme, zertrennte er in gleicher Geschwindigkeit die
Lebensräume der Tiere und Pflanzen. Besonders dramatisch vollzog sich diese Entwicklung
in unseren Fließgewässern.
Konnte der Lachs noch zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunders aus dem Meer kommend über den
Rhein in unsere Gewässer gelangen und der Aal ungehindert in umgekehrter Richtung
abwandern, so ist heute beiden Arten der Weg verwehrt. Alle anadromen Wanderfische, wie
Lachs, Meerforelle, Stör oder Meerneunauge sind aus dem Gewässersystem Dreisam
verschwunden.
Die Kraftwerke und Wehre erweisen sich als unüberwindbare Hindernisse
Aber nicht nur diese großräumigen Vernetzungsverluste haben dramatische Folgen für die
aquatische Fauna. Unzählige Wehre, Abstürze, Kleinwasserkraftwerke und sonstige
Querverbauungen zertrennen unsere Flüsse und Bäche in kleinste Abschitte. Die Folgen
zeigen sich deutlich. Ursprünglich zusammenhängende Populationen wurden zunächst
geteilt, sind dann verinselt und schließlich verschwunden. Immer mehr Arten finden sich
in der Roten Liste, immer weniger in unseren Gewässern.
Nicht allein die direkten Folgen des Vernetzungsverlustes tragen zu diesem Artenschwund
bei. Mit dem Verlust der Durchgängigkeit gehen meist
auch die Fließgeschwindigkeit und die Dynamik verloren und dies bedeutet wiederum in
unserer intensiv genutzten Agrarlandschaft Verschlammung, Veralgung und damit Verödung
der Gewässer.
So ist es eine logische Konsequenz, daß heute praktisch alle Fließgewässerfischarten
und vor allem die kieslaichenden Arten als gefährdet eingestuft werden müssen. Dieser
Entwicklung entgegenzutreten ist ein Anliegen der IG Dreisam.