| Kiesbettschlupf Fortbildungslehrgang für Gewässerwarte am 16. Februar 2002 |
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Der 16. Februar ist vorbei - und wir können auf
einen wunderbaren Tag zurückblicken!
Selbst die Sonne gab sich die Ehre und sorgte dafür, daß die Kamerateams von SWR und
FRTV die Szenerie ins richtige Licht rücken konnten.
Eine Szenerie, bestehend aus einem glitzernden Bachlauf, einem Referenten im Wasser,
nebenan auf der Wiese Vertreter des Landesfischereiverbandes, ca. 55 Gewässerwarte aus
ganz Baden, Bürgermeister und Ortschaftsvertreter und nicht zuletzt viele Helfer und
Interessierte. Alle aufmerksam zunächst den Worten und dann den Taten des Referenten
Claudio Schill folgend. Einige Gewässerwarte konnten das Gelernte sofort in einer
praktischen Übung anwenden, ein Kiesbett anlegen und in dieses Forelleneier einspülen. [Siehe auch Kiesbettschlupf]
Dazwischen Vertreter der örtlichen Presse im Gespräch mit Leuten von der IG Dreisam, dem
Landesfischereiverband und den anwesenden Bürgermeistern und Ortschaftsvertretern.
Neugierige Autofahrer sorgten teilweise für kleinere Staus auf der Kreisstraße zwischen
Wasenweiler und Gottenheim.
Eine Szenerie, wie sie die moderne Fischerei und Gewässerbewirtschaftung braucht. Sie
stellt den Angelfischer nicht mit meterlangen Fängen dar, sondern informierend,
schützend und nachhaltig ökologisch aufwertend. Im Einklang mit Natur und Verwaltung.
Den anwesenden Gemeindevertretern wurde ein Einblick vermittelt, welche fliessenden
Juwelen in unserem Bereich zu finden sind. Glasklares kaltes Wasser, hier und da ein paar
Krautfahnen und Störsteine, kiesiger Grund - so stellt sich die Murr (Mure/Riedkanal)
dar. Nicht selten hörte man aus den Reihen der Zuhörer bewundernde Worte über dieses
Fliessgewässer. Einen Bach, der in den vergangenen Jahren keinen Bagger zu spüren bekam
- und nun, da das Bewusstsein für diesen Bach geschärft ist - wohl auch nicht zu
fürchten braucht.
- Szenenwechsel -
Am Treffpunkt für den Gewässerwarte-Fortbildungslehrgang Kiesbettschlupf - dem
St.Urban-See des ASV Wasenweiler - hatten die Vereinsmitglieder um Otto Menner zusammen
mit Helfern aus den IG Dreisam-Vereinen für Sitzgelegenheit und Bewirtung gesorgt. Es
wurden zur Information der Anwesenden zahlreiche Lehrtafeln über das Leben im Wasser
aufgestellt.
Alle Besucher konnten sich in Schauaquarien über die verschiedenen Stadien des Lebens der
Bachforelle vom Ei bis zum laichreifen Fisch informieren. Gestiftet wurden die Tiere von
Herbert Kaiser, dem ehrenamtlichen Fischereiaufseher und Sachverständigen für die
heimische Bachforelle.
Es wurden in den Aquarien auch die Nährtiere und sonstigen Kleinlebewesen aus den
heimischen Bächen gezeigt.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt jedoch ein Aquarium mit Bachneunaugen, die im Gewässersystem der Dreisam noch anzutreffen
sind. Vom Aussterben bedroht, waren diese Fische für viele der Anwesenden ein erstmaliger
und wahrscheinlich auch einmaliger Anblick [Siehe auch Rote Liste].
Es fanden viele interessante Gespräche mit den anwesenden Bürgermeistern und
Ortschaftsvertretern statt. Über allem der Wille, im Gewässerschutz und bei der
Gewässerbewirtschaftung miteinander zu sprechen und zusammenzuarbeiten.
Das Ziel
Gewässernutzung, Gewässerschutz und nachhaltige ökologische Gewässerbewirtschaftung
sind komplexe Themen. Um hier zu optimalen Ergebnissen zu gelangen ist die Zusammenarbeit
und Kooperation verschiedenster Gruppen und Institutionen erforderlich.
Angefangen beim Fischereirechtinhaber - in der Regel ein Angelverein, dem
Landesfischereiverband - sachverständig in allen fischereilichen Fragen, über den
Wasserrechtinhaber - oft Mühlen- oder Kraftwerksbetreiber, den Kommunen mit ihren
Vertretern - also die Träger der Unterhaltungslast, dem Landratsamt mit den jeweiligen
Fachabteilungen, dem Regierungspräsidium und der Gewässerdirektion sollten alle
miteinander kooperieren und miteinander sprechen.
Um dies zu erreichen, will die IG Dreisam alle am Gewässersystem Dreisam anliegenden
Angelfischervereine in ihren Interessen gemeinsam mit dem Landesfischereiverband Baden
e.V. vertreten und als ein Ansprechpartner auftreten. So soll der Dialog über
vielschichtige Instanzen vereinfacht werden.
Der Fortbildungslehrgang für Gewässerwarte mit dem Thema Kiesbettschlupf, den der
Landesfischereiverband Baden gemeinsam mit der IG Dreisam durchgeführt hat, sollte über
das Lehrgangsziel hinaus alle anwesenden Gruppen über die Arbeit in den
Angelfischervereinen und der IG Dreisam informieren und einen Dialog ermöglichen. Die
anwesenden Bürgermeister und Ortschaftsvertreter zeigten sich erwartungsgemäß auch sehr
offen und kompetent - waren es doch gerade diejenigen Gemeindevertreter, die den Kontakt
zu ihren Angelvereinen pflegen und im guten gegenseitigen Einvernehmen zusammenarbeiten.
Leider blieben eben jene Bürgermeister und Ortschaftsvertreter fern, mit denen die
Zusammenarbeit nicht so reibungslos abläuft. Teilweise wortlos, trotz persönlicher
Einladung ohne Absage, blieben sie fern. Genauso wortlos, wie der Bagger oder die
Kettensäge an Bächen in ihren Gemeinden eingesetzt wird. Hochwasserschutz als ihr
einziges "Argument".
Hier wird die IG Dreisam ansetzen müssen. Versuche, mit den betreffenden
Gemeindevertretern ins Gespräch zu kommen, wurden bisher aus unbekannten Gründen
ignoriert. Wir können wohl nur gemeinsam mit den übergeordneten Fachbehörden mit ihnen
an einen Tisch kommen.
Die Sache ist es uns wert!
Nicht zuletzt noch einige
Danksagungen:
Lieber Claudio, ohne Deine hervorragende praktische und inhaltliche
Arbeit hätte dieser Tag so nicht geschehen können - vielen Dank!
Lieber Ingo, vielen Dank für Deine Öffentlichkeitsarbeit! Danke auch an
Herrn Norbert Eisenring, der diesem Tag einen besonderen Rahmen gab.
Lieber Otto! Danke, daß der LFV und die IG Dreisam (zu der Ihr ja
glücklicherweise auch dazugehört) auf Eurem Vereinsgelände - bei Sitzgelegenheit und
Bewirtung - und an eurem wunderbaren Fliessgewässer diesen Tag durchführen durften!
Lieber Herbert! Vielen Dank für Deine Anwesenheit und Unterstützung und
für die vielen mitgebrachten Forellen in den verschiedenen Entwicklungsstadien!
Liebe IG-Dreisam Kollegen! Das war unsere erste gemeinsame Aktion. Es hat
sich gezeigt, das wir gemeinsam einiges bewegen können - und die Art und Weise wie alle
zusammengearbeitet haben, mit welchem Spaß, Sachverstand und Engagement - lässt noch auf
viele Events dieser Art hoffen! Und auf mehr! Danke also an die Helfer aus den
Angelvereinen von Gottenheim, Wasenweiler, Bahlingen, Neuershausen, Eichstetten und
Bötzingen. Und Dank auch an alle hier nicht genannten Helfer und Helferinnen im
Hintergrund - unseren Ehefrauen und Partnerinnen!
Euer
Thorsten Tisarzik
Rechner und Internetbeauftragter der IG DREISAM e. V.
Siehe auch Bericht über den Kiesbettschlupf
Siehe auch Fotos vom
Forbildungslehrgang Kiesbettschlupf